Liver-Ticker Hurrikan Matthew, Teil 1 (geschlossen)

In diesem Live-Ticker berichten wir über den bisher stärksten Hurrikan der nordatlantischen Hurrikansaison 2016 und den stärksten Atlantik-Hurrikan seit „Felix“ 2007 . Für Haiti war Matthew der erste Hurrikan, der seit Hurrikan Cleo im Jahr 1964 dort auf Land getroffen ist. Für Kuba der erste Kategorie 4-Hurrikan seit Ike im Jahr 2008.

Wichtige Links:

Zoombare Satellitenbilder im sichtbaren Bereich und Infrarot-Aufnahmen (auch nachts)

Globale Vorhersagemodelle aus Deutschland und aus den USA (am Beispiel Luftdruck, andere Parameter bitte auswählen)


Dieser Ticker ist geschlossen, weiter geht es in Teil 2.

Donnerstag, 6.10. 06:45 Uhr MESZ:

Neueste Daten aus dem Zentrum des Hurrikans zeigen, dass der Luftdruck nun weiter fällt. Matthew hat ein sehr kleines Auge ausgebildet und ist dabei, sich zu verstärken. Er könnte bald wieder die Kategorie 4 erreichen, während er die Bahamas überquert.

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Donnerstag, 6.10. 04:43 Uhr MESZ:

Die Evakuierungs- und Vorbereitungsmaßnahmen in Florida gehen weiter. Die Häfen von Miami bis Palm Beach wurden von den Behörden geschlossen.

Donnerstag, 6.10. 04:25 Uhr MESZ:

Wie katastrophal der Hurrikan Haiti getroffen hat, kommt nach und nach immer mehr durch Bilder und Videos ans Licht. „Kaum 1% der Häuser stehen noch.“

Donnerstag, 6.10. 04:10 Uhr MESZ:

Wind und Regen werden im Südosten Floridas rund um Miami im Laufe des Donnerstags (Ortszeit: Vormittag) allmählich zunehmen, bis der Hurrikan schließlich zum Abend hin (Ortszeit) von den Bahamas weg in Richtung Küste Florida bewegt. -> Windvorhersage  -> Regenvorhersage  (beides Stunde für Stunde zum Durchklicken)

Donnerstag, 6.10. 03:25 Uhr MESZ:

Jetzt geht es auch in Nassau auf den Bahamas immer mehr los.

Das aktuelle Satellitenbild dazu gibt es hier.

Donnerstag, 6.10. 01:40 Uhr MESZ:

Nach wie vor gibt es große Unsicherheiten, ob der Hurrikan in Florida landfall machen wird oder nicht. Der aktuelle Lauf des amerikanischen Modells lässt Matthew in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) landfall an Floridas Küste bei Port.St Lucie machen. Im deutschen Globalmodell ist zur gleichen Zeit der Hurrikan noch etwas weiter südlich und mit seinem Zentrum auch vor der Küste. Man sieht, was für einen enormen Unterschied es für die Küstenregionen macht, wo genau das Zentrum des Hurrikans entlang ziehen wird.

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Gleiches gilt für den Regen. Hier ein Vergleich der 6-stündigen Regenmengen des amerikanischen Modell und des deutschen Modells. Beide Modelle können auf unseren Seiten eingesehen werden für viele verschiedene Parameter.

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Donnerstag, 6.10. 00:35 Uhr MESZ:

In einigen Gegenden auf den Bahamas ist sein ein paar Stunden bereits Storm und Internet ausgefallen.

Mittwoch, 5.10. 23:20 Uhr MESZ:

Fast die gesamte Atlantikküste Floridas steht nun offiziell unter eine Hurrikanwarnung, die Küstengebiete von Georgia bis South Carolina unter einer Hurrikan-Vorwarnung. die Südspitze Floridas sowie die Florida Keys unter einer Tropensturmwarnung. Hier die offizielle und aktuelle Prognose des National Hurricane Centers. Sie wird ständig aktualisiert.

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Mittwoch, 5.10. 22:40 Uhr MESZ:

Der aktuelle Blick auf Matthew via Satellit: das Auge befindet sich derzeit südwestlich der Bahamas-Insel Long Island.

Und hier die momentane Gewitteraktivität in und um die Bahamas sowie Kuba.

Mittwoch, 5.10. 22:20 Uhr MESZ:

In Florida und in South Carolina haben heute die Evakuierungen an der Atlantikküste begonnen. An alle Urlauber, die entweder momentan in Florida sind oder die Tage dorthin fliegen: bitte informiert Euch anhand der lokalen Behörden und Medien vor Ort bzw. bei Euren Fluggesellschaften. 

In South Carolina sind heute im Upstate keine Schulbusse mehr gefahren, weil sie alle auf dem Weg zur Küste sind, um dort bei den Evakuierungen zu helfen.

 

Mittwoch, 05.10. 18:45 Uhr MESZ:

Der Hurrikan Matthew befindet sich nun genau zwischen den Bahamas und Kuba, wie unsere hoch aufgelösten Satellitenbilder zeigen. Er hat nach vorübergehender Abschwächung nun wieder ein Auge ausgebildet und wird jetzt nordwestwärts über die Bahamas hinwegziehen.

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Die aktuellen Modellberechnungen rechnen den Sturm nun immer näher an die Ostküste Floridas heran, das Amerikanische Modell sieht einen Landgang im Bereich Brevard am Freitagmittag MESZ. Die Berechnung gibt es alle 6 Stunden neu und ist hier mit Zoom bis in die Counties zu verfolgen. Demnach geht Matthew in Florida noch mit Böen bis fast 200 km/h an Land. Dazu drohen heftige Regenfälle und eine schwere Sturmflut an den Küsten. Die exakte Zugbahn bleibt aber weiterhin noch unsicher.

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Hier noch die Animation bis Freitag, 18 Uhr MESZ. Bitte bedenken, es ist nur die Prognose eines Wettermodells. Der Sturm kann sich immer auch noch etwas anders entwickeln oder eine andere Richtung einschlagen.

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Mittwoch, 05.10. 17:15 Uhr MESZ:

Dieses Video zeigt die Zerstörungen in Baracoa, Kuba:

 

Mittwoch, 05.10. 17:00 Uhr MESZ:

Die aktuellen Daten des National Hurricane Centers in Miami, der Hurrikan wird bereits etwas stärker:

Mittelwind bis 195 km/h, Böen bis etwa 230 km/h

Kerndruck (tiefster Luftdruck im Zentrum): 962 Hektopascal

Durchmesser des Auges: ca. 45 km

Position: etwa 165 km südlich Long Island, Bahamas

Zugbahn: Nordwest mit etwa 19 km/h

Mittwoch, 05.10. 16:45 Uhr MESZ:

Das Auge wird im aktuellen Satellitenbild allmählich wieder sichtbar. Die Bedingungen für eine erneute Verstärkung von Matthew sind günstig: Das Wasser ist sehr warm, störender Höhenwind schwächt sich ab, der Einfluss der bergigen Inseln verschwindet. Wenn alles passt – und danach sieht es derzeit aus – kann sich der Hurrikan erneut deutlich verstärken.

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Mittwoch, 05.10. 15:20 Uhr MESZ:

Diese Bilder erreichen uns aus dem Osten der Insel Kuba:

Mittwoch, 05.10. 14:00 Uhr MESZ:

Matthew hat sich noch etwas abgeschwächt, erreicht aber weiterhin die Kategorie 3 der fünfteiligen Hurrikanskala mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 185 km/h und Böen bis weit über 200 km/h. Der tiefste Luftdruck im Zentrum beträgt 964 Hektopascal. Das Zentrum liegt aktuell etwa 185 Kilometer südlich von Long Island, Bahamas. Der Hurrikan zieht nach Norden bis Nordwesten und überquert damit viele Inseln der Bahamas.

Die neuesten Berechnungen des amerikanischen Modells lassen den Hurrikan zunächst an der US-Ostküste nach Norden und dann auf den Atlantik hinausziehen. Dann soll er zurückkommen und erneut auf Florida treffen. Das wäre sehr ungewöhnlich. Man kann eine solche Prognose natürlich nicht für bare Münze nehmen, aber sie zeigt, was alles möglich ist bei tropischen Wirbelstürmen.

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Den Loop auch noch mal für die berechneten Windgeschwindigkeiten:

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Mittwoch, 05.10. 13:10 Uhr MESZ:

Auch wenn der Hurrikan auf dem Satellitenbild nicht mehr so gut organisiert scheint, so ist der Kern des Hurrikans trotz zweier Landüberquerungen (Haiti, Kuba) noch intakt. Dies zeigt ein Radarbild (Quelle: NOAA-AOC), dass vom Aufklärungsflugzeug aufgenommen wurde, das derzeit im Hurrikan unterwegs ist. In den Satellitenbildern erkennt man das Auge derzeit (noch) nicht, weil es von einer Wolkenschicht bedeckt ist.

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Mittwoch, 05.10. 11:25 Uhr MESZ:

Einzigartig sind unsere Modellkarten, die man sich nicht nur für die einzelnen US-Bundesstaaten, sondern für jeden County (Landkreis) anschauen kann. Am Freitag soll der Hurrikan um 14 Uhr MESZ nach dem amerikanischen Modell mit seinem Zentrum sehr dicht vor dem Brevard County im US-Bundesstaat Florida liegen.

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Mittwoch, 05.10. 10:20 Uhr MESZ:

Ein Aufklärungsflugzeug des US-Wetterdienstes ist derzeit auf dem Weg zum Hurrikan Matthew und wird diesen in den kommenden Stunden mehrfach durchfliegen. Dann wird sich zeigen, wie stark der Hurrikan durch die bergigen Inseln beeinflusst wurde und wie schnell er sich neu organisiert. Über dem rund 29 Grad warmen Wasser nördlich von Kuba könnte er sich wieder verstärken.

Mittwoch, 05.10. 09:10 Uhr MESZ:

Das Auge des Hurrikans ist auf dem aktuellen Satellitenbild kaum noch zu erkennen, es ist von Wolken verdeckt. Dies kann sich aber rasch ändern, wenn sich der Hurrikan von den bergigen Inseln entfernt und über warmes Wasser zieht. Die Bahamas dürften den Hurrikan kaum stören, da sie sehr flach sind.

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Mittwoch, 05.10. 07:55 Uhr MESZ:

Das bergige Land von Kuba und Haiti hat den Hurrikan etwas abgeschwächt, nach den neuesten Daten erreichen die mittleren Windgeschwindigkeiten in Zentrumsnähe „nur“ noch bis etwa 205 km/h. damit wurde Matthew auf die dritthöchste Kategorie 3 heruntergestuft. Der Kerndruck (tiefster Luftdruck im Zentrum) ist von gestern 934 auf heute 962 Hektopascal angestiegen. Das Zentrum des Hurrikans befindet sich nun etwa 60 Kilometer nordnordwestlich der Ostspitze Kubas. Der Hurrikan zieht mit gerade einmal 13 km/h langsam in Richtung Norden.

Aus Haiti gibt es derzeit nicht viel Neues, dort ist es noch Nacht. Dieses Video zeigt die Gewalt des Sturms in Haiti am Dienstag:

Mittwoch, 05.10. 06:55 Uhr MESZ:

Die neuesten Berechnungen der Wettermodelle lassen die Sturm am Freitag an die Küste Floridas ziehen. Anbei die Karte des amerikanischen Modells, man kann es Stunde für Stunde durchschauen und den vorhergesagten Weg des Hurrikans verfolgen. Zwar würden die stärksten Winde auf der rechten Seite des Hurrikans auf See bleiben, aber auch die Windgeschwindigkeiten auf der schwächeren Seite des Hurrikans können erhebliche Schäden anrichten. Und nur ein kleiner Schlenker weiter ins Land und noch stärkerer Wind und die Sturmflut treffen die Küste von Florida und danach weitere US-Bundesstaaten weiter nördlich.

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Mittwoch, 5.10. 05:00 Uhr MESZ:

Das Zentrum des Hurrikans hat die Ostspitze Kubas überquert. Matthew hat sich ganz leicht abgeschwächt, bleibt aber ein starker Hurrikan der zweithöchsten Kategorie 4 mit mittleren Windgeschwindigkeiten bis etwa 215 km/h mit noch wesentlich stärkeren Böen.

Mittwoch, 5.10. 02:00 Uhr MESZ:

Aktuelle Daten des Hurrikan:  Sein Kerndruck im Auge liegt bei 949 hPa und er bewegt sich aktuell mit 15 km/h weiter in nördliche Richtung. Die maximalen, ständigen Windgeschwindigkeiten um das Auge herum betragen bis zu 220 km/h, die Windböen liegen noch darüber. Damit ist Matthew nach wie vor ein Hurrikan der Kategorie 4.

Mittwoch, 5.10. 01:45 Uhr MESZ:

Matthew macht in diesen Minuten seinen zweiten landfall nach Haiti an der Ostspitze Kubas. Auf dem Infrarot-Satellitenbild ist das Auge derzeit schwer zu erkennen. Auf dem Radar für Kuba umso besser (der weiße Kreis, der die Spitze von Süden her trifft). Im Auge beruhigt sich schlagartig das ganze turbulente Wetter, es herrscht so gut wie kein Wind. Ist das Auge durch geht es genauso schnell wieder mit heftigem Orkan und Regenfällen weiter. Matthew ist seit 2008 der erste Hurrikan der Kategorie 4, der in Kuba auf Land trifft.

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Quelle: National Weather Service

 

Mittwoch, 05.10. 00:40 Uhr MESZ:

Weitere schlimme Bilder aus Haiti:

Eingestürzte Brücke:

Dienstag, 04.10. 23:45 Uhr MESZ:

Das Auge des Hurrikan kommt der Ostspitze Kubas immer näher, d.h. die zerstörische Eyewall (das Gebiet um das Auge herum) ist dort schon zu Gange mit Sturm, Regen und Gewittern. -> Satellitenbild

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Währenddessen bereiten sich Teile der US-Ostküste auf den Hurrikan vor. Nach den Bahamas wird er weiter nach Nordwesten ziehen, auch wenn es derzeit noch einige Unsicherheiten in der genauen Zugbahn gibt. Die südliche Atlantikküste Floridas steht nun schon unter „Hurricane Watch“, einer Hurrikan-Vorwarnung. Aber auch weiter im Norden bereitet man sich vor. In South Carolina beginnt am Mittwoch die Evakuierung der Küste. Über 1 Millionen Menschen sind betroffen.

Dienstag, 04.10. 21:30 Uhr MESZ:

Der Wind ist zwar auch bedrohlich, aber meist ist der extreme Regen noch viel gefährlicher. Derzeit toben teils heftige Gewitter in Verbindung mit dem Hurrikan auf Haiti. Aktuelle Blitzortung aus dem Bereich: –>Blitze

Dienstag, 04.10. 20:00 Uhr MESZ:

Der Hurrikan hat sich kaum abgeschwächt, allerdings ist der Luftdruck im Zentrum von 934 Hektopascal heute morgen auf inzwischen 949 Hektopascal angestiegen – ein Zeichen für eine leichte Abschwächung. Dennoch bleibt Matthew ein starker Hurrikan, der in der Nacht zum Mittwoch mitteleuropäischer Zeit die Ostspitze Kubas überquert. Das Zentrum von Matthew liegt derzeit etwa 90 Kilometzer südlich der Ostspitze Kubas.

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Dienstag, 04.10. 19:20 Uhr MESZ:

Erste Bilder und Videos lassen das Ausmaß der Überschwemmungen in Haiti erahnen.

Dienstag, 04.10. 17:05 Uhr MESZ:

Die weitere Zugbahn wird noch etwas weiter westlich berechnet. Daher wurden nun erste Hurrikanvorwarnungen (rosa) für die Ostküste Floridas ausgegeben. Für fast alle Bahamasinseln gelten Hurrikanwarnungen (rot) des National Hurricane Centers.

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Dienstag, 04.10. 16:55 Uhr MESZ:

Der nächste Atlantiksturm ist geboren, „Nicole“ bleibt aber schwach und bedroht kein Land:

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Dienstag, 04.10. 16:25 Uhr MESZ:

Das Auge des Hurrikans ist im aktuellen Satellitenbild nicht mehr so gut zu erkennen. Das Zentrum liegt südlich der Ostspitze Kubas.

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Dienstag, 04.10. 15:00 Uhr MESZ:

Erste Bilder vom Landfall Matthews tauchen nun im Internet auf. Man sieht die zerstörerische Kraft.

Dienstag, 04.10. 14:00 Uhr MESZ:

Unverändert stark liegt das Zentrum des Hurrikans über dem Südwesten Haitis, etwa 15 Kilometer östlich von Tiburon (Haiti) und etwa 200 Kilometer südlich der Ostspitze Kubas, Zugbahn in Richtung Norden mit etwa 15 km/h, Mittelwind in Zentrumsnähe weiter bis 230 km/h.

Dienstag, 04.10. 13:00 Uhr MESZ:

Derzeit gibt es den „Landfall“ von Matthew im Südwesten von Haiti. Betroffen ist hier nun besonders das Departement Grand Anse. Das aktuelle Satellitenbild zeigt das Auge direkt an der Südwestküste.

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Dienstag, 04.10. 12:30 Uhr MESZ:

Nach Überqueren der Westspitze Haitis und der Ostspitze Kubas trifft der Hurrikan auf Teile der Bahamas. Die genaue Zugbahn ist noch unsicher und damit auch der weitere Verlauf in Richtung Ostküste der USA oder auf den offenen Atlantik hinaus. Hier zwei Berechnungen für die Nacht zum Donnerstag (06.10.) vom amerikanischen Modell (links) und vom deutschen Modell (rechts):

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Update Dienstag, 04.10. 11 Uhr:

Der Hurrikan Matthew ist unverändert stark, nähert sich langsam der Südwestspitze von Haiti:

Position: 17.8 Nord 74.4 West und damit etwa 320 km südwestlich Cap Haitien (Haiti) und etwa 270 km südlich der Ostspitze Kubas

Mittelwind bis etwa 230 km/h, Spitzenböen bis etwa 280 km/h

Zugbahn: Nord mit 15 km/h

Tiefster Luftdruck im Zentrum („Kerndruck“): 934 Hektopascal

Der Hurrikan erstreckt sich aber über Hunderte Kilometer sodass auch im weiteren Umkreis mit starkem Wind und heftigen regenfällen gerechnet werden muss. Auf den bergigen Karibikinseln besteht die Gefahr von lebensbedrohlichen Sturzfluten und Erdrutschen. Die weitere Zugbahn könnte den Hurrikan sehr nahe an die US-Küste bringen, die Prognose ist aber noch sehr unsicher.

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Update Dienstag, 4.10. 4 Uhr:

Matthew hat sich verstärkt. Es ist immer noch ein Kategorie 4 Hurrikan, sein Kerndruck sank jedoch von 940 hPa am Montagabend auf 934 hPa in der Nacht zum Dienstag. Nur 5 atlantische Hurrikans, die seit 1980 im Oktober auftraten, hatten einen noch tieferen Kerndruck.

Aktuelle Position: hier zu finden in unseren weltweiten Satellitenbildern 


Hurrikan Matthew (wir berichteten) nähert sich immer mehr den westlichen Karibikinseln. Die äußeren Regenbänder des Tropensturms sind in der  Dominikanische Republik und Haiti bereits angekommen. In weniger als 20 Stunden wird Matthew Haiti treffen und derzeit ist, ohne übertreiben zu wollen, durch Regenmengen weit über 500 l/qm das Schlimmste zu erwarten. Auch Jamaika, Kuba und der südöstliche Teil der Bahamas stehen unter einer Hurrikanwarnung.

Das Auge zog über Wetterboje hinweg 

Matthew ist derzeit ein Hurrikan der Kategorie 4 (zwischenzeitlich erreichte er auch mal die höchste Stufe 5 auf der Saffir-Simpson-Skala ). Der Kerndruck von Matthew wird momentan (Stand: Montagabend MESZ) auf etwa 940 hPa geschätzt. Montag früh ist das Auge des Sturms über eine Wetterboje der NOAA hinweg gezogen, der Luftdruck sank dort dabei auf 943 hPa:

Man erkennt sehr schön, dass es im Auge eines Hurrikans nahezu windstill ist:
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Matthew zieht extrem langsam weiter nach Norden. Wir weisen immer wieder darauf hin, aber man kann es nicht oft genug sagen: der Hurrikan rast NICHT! Ganz im Gegenteil. Matthew bewegt sich momentan mit nur 9 km/h und genau DAS macht ihn so gefährlich! Wenn sich enorme Regenfälle über viele, viele Stunden hinweg quasi an Ort und Stelle abregnen, dazu noch heftige Windböen in Orkanstärke, dann kann das neben Sturmschäden vor allem zu katastrophalen und lebensbedrohlichen Überflutungen und Erdrutschen führen. Man denke einmal kurz zurück an den diesjährigen Juni in Deutschland. Die Gewitterlage über Wochen, bei der sich täglich irgendwo in Deutschland heftige Gewitter entluden, die aufgrund von fehlendem Wind nicht weiterzogen, sondern sich an Ort und Stelle entluden und für schlimme Überflutungen gesorgt hatten. Die Regenfälle bei so einem Tropensturm sind noch heftiger, da er mit wesentlich feuchterer Tropenluft vollgesogen ist als die Sommergewitter bei uns.

Matthew erreicht Haiti am Dienstag 

Auf unseren weltweiten Satellitenbildern kann man Matthew wunderbar verfolgen. Der Ausschnitt, den man vom Hurrikan sehen möchte, kann man in unseren Karten übrigens frei wählen (wie geht das?).

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Matthew wird in der kommenden Nacht zum Dienstag bzw. Dienstagmorgen Ortszeit Haiti erreichen (und Jamaika: allerdings wird Jamaika  mit hoher Wahrscheinlichkeit nur von den Ausläufern gestreift, am ehesten bekommt also der Osten der Insel etwas ab), am Dienstag tagsüber Kuba und Mittwoch Teile der Bahamas. Das amerikanische Globalmodell lässt das Auge des Tropensturms (zu deutscher Zeit Dienstagvormittag) sehr sehr nah westlich Land streifen bzw. knapp treffen:

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Das deutsche Globalmodell lässt den Hurrikan dagegen wenige Stunden später etwas weiter östlich genau auf Land treffen (der sogenannte landfall) mit Windgeschwindigkeiten von 180 bis über 200 km/h:

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Die folgende Grafik ist die offizielle Vorhersage der Zugbahn des National Hurricane Centers. Der weiße Bereich ist der Unsicherheitsbereich, in dem die Zugbahn abweichen kann (zum Vergrößern anklicken):

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Matthew kann sich auf seiner weiteren Zugbahn durchaus nochmal verstärken. Man sollte sich aber von der Kategorie-Einstufung generell nicht täuschen lassen. Egal, ob Kategorie 4 oder 5,  Matthew ist ein unheimlich gefährlicher Hurrikan! Die Einstufung auf der Saffir-Simpson-Skala erfolgt anhand der Windgeschwindigkeiten der maximalen Windböen. Die Gefahr (übrigens nicht nur bei Matthew) besteht allerdings vor allem in den extremen Regenmengen, die zu schlimmen Überflutungen und Erdrutschen führen können und wohl auch werden. Auf Haiti sind Regenmengen von 300 bis über 500 l/qm möglich, die Hurrikan-Experten des National Hurricane Centers rechnen ganz lokal sogar mit Spitzenmengen von unvorstellbaren 1000 l/qm! Ja, vier Nullen sind richtig, kein Vertipper. Zum Vergleich: in Düsseldorf fallen in einem ganzen Jahr im Durchschnitt 750 l/qm Regen.

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Matthew wird anschließend wahrscheinlich vor die Ostküste Floridas ziehen. Allerdings ist es momentan noch viel zu früh für irgendwelche Details. Wer möchte, kann die mögliche Entwicklung von Matthew in unseren Modellkarten des US und des Deutschen Modells verfolgen. Einfach Gegend, Zeitpunkt und Wetterparameter aussuchen. Wir werden außerdem hier im Wetterkanal, sowie auf Facebook und Twitter weiter berichten.

Noch ein paar Zahlen und Fakten zum Schluss:

  • Matthew ist der 5. Hurrikan der atlantischen Hurrikansaison 2016
  • Haiti wurde zuletzt 1979 direkt von einem starken Hurrikan getroffen und zwar von Hurrikan David der Kategorie 3
  • Haiti wurde bisher zwei Mal von einem Kategorie 4 Hurrikan getroffen: Hurrikan Flora 1963 und Hurrikan Cleo 1964
  • Der schlimmste Hurrikan für Haiti bezogen auf Todesfälle war der Hurrikan Jeanne im Jahre 2004 mit etwa 3000 Toten durch Überschwemmungen. Der Hurrikan Sandy in 2012 (Kategorie 3) streifte Haiti nur, trotzdem starben damals mehr als 100 Menschen.

50 Kommentare

  1. micha 4. Oktober 2016
  2. Ferdinand 5. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 5. Oktober 2016
    • Mathias 5. Oktober 2016
  3. Sabine 5. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 5. Oktober 2016
      • Helge F. 5. Oktober 2016
        • Wettervorhersage 5. Oktober 2016
        • Svenja 6. Oktober 2016
  4. Wolf 5. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 5. Oktober 2016
  5. Josh 5. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 5. Oktober 2016
  6. Kerstin 5. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 5. Oktober 2016
  7. Nadine 5. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 5. Oktober 2016
    • Lars 6. Oktober 2016
  8. Nicole 5. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 5. Oktober 2016
    • Lars 6. Oktober 2016
      • Rebekka 6. Oktober 2016
  9. Kati 5. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 5. Oktober 2016
  10. Kevin 5. Oktober 2016
    • Nadine 5. Oktober 2016
    • Rebekka 5. Oktober 2016
  11. Thomas Sävert 5. Oktober 2016
  12. Dominique 5. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 5. Oktober 2016
  13. Petra Kühne 5. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 5. Oktober 2016
  14. Sylvia 5. Oktober 2016
  15. Klaus 5. Oktober 2016
  16. Thomas 5. Oktober 2016
    • Rebekka 5. Oktober 2016
  17. Daniel 6. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 6. Oktober 2016
  18. André 6. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 6. Oktober 2016
  19. Cati Jakob 6. Oktober 2016
    • Rebekka 6. Oktober 2016
  20. Peter Wiech 6. Oktober 2016
    • Thomas Sävert 6. Oktober 2016

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