Hurrikan „Alex“ trifft auf die Azoren

Eine Meldung, die in der Hurrikansaison von Juni bis November häufiger vorkommt: Ein Hurrikan trifft auf Land oder eine Inselgruppe. Der Hurrikan „Alex“ hält sich aber nicht an die Saison und trifft am Freitag mit Windgeschwindigkeiten bis etwa 150 km/h und noch stärkeren Böen auf die Azoren. Hier drohen zudem heftige Regenfälle mit der Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen.

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Am Donnerstag (14.01.2016) wurde der ehemals außertropische Sturm zu einem tropischen Hurrikan heraufgestuft. Der Luftdruck im Zentrum ist auf geschätzte 981 Hektopascal gefallen. Die mittleren Windgeschwindigkeiten liegen in Zentrumsnähe bei bis zu 140 km/h mit Böen bis etwa 165 km/h. Das entspricht einem Hurrikan der untersten Kategorie 1 auf der fünfteiligen Hurrikanskala. „Alex“ kann sich sogar noch etwas verstärken. Auf unseren globalen Satellitenbildern kann man den Hurrikan auch live verfolgen.

In den Lehrbüchern steht meist noch, dass die Wassertemperatur mindestens 26 bis 27 Grad betragen muss, damit sich ein Hurrikan bilden kann. „Alex“ zeigt eindrücklich, dass nicht die Wassertemperatur entscheidend ist, sondern der Temperaturunterschied zur Luft in größeren Höhen. Ist die Schichtung in höhenkalter Luft ausreichend labil, können sich Schauer und Gewitter unter günstigen Windbedingungen zu einem Sturm oder Hurrikan formieren.

Hurrikane kommen zu dieser Jahreszeit nur äußerst selten vor. „Alex“ ist der erste bekannte Januar-Hurrikan auf dem Atlantik seit 1955. Damals traf der Hurrikan „Alice“ die nördlichen Kleinen Antillen in der Karibik, er bildete sich aber bereits im Dezember 1954. Damit ist „Alex“ der erste registrierte Atlantik-Hurrikan seit 1938, der sich in einem Januar gebildet hat.

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Bereits in der Nacht zum Freitag wirkt sich „Alex“ auf den Azoren mit Regen und Sturmböen aus, wie die Multi-Modell-Grafik zeigt. Am Freitag überquert der Hurrikan die zentralen Azoreninseln Faial, Pico, Sao Jorge, Graciosa und Terceira, für die Hurrikanwarnungen ausgegeben wurden. Verbreitet dürften hier schwere Sturmböen oder auch Orkanböen auftreten, im Bergland sind weit über 150 km/h möglich. Gebietsweise kommen 75 bis 125 Liter Regen pro Quadratmeter zusammen, lokal sind auch mehr als 200 Liter möglich. Damit besteht die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen. In den zentralen und östlichen Azoren können zudem Küstenabschnitte durch eine Sturmflut überschwemmt werden. Dazu kommen meterhohe Wellen.

 

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