Herbstzeit ist Nebelzeit

Herbst und Winter sind die typischen Jahreszeiten für zähen Nebel, der uns oft trübe Tage beschert und bei geringen Sichtweiten für Verkehrsteilnehmer gefährlich werden kann.

Es wird zwischen verschiedenen Nebelarten unterschieden:
– Strahlungsnebel
– Advektionsnebel
– Mischungsnebel
– Verdunstungsnebel
– Orographischer Nebel

Zunächst einmal wird von Nebel gesprochen, wenn die Sichtweite unter 1000 Meter liegt, zwischen 1000 und 4000 Meter spricht man nur von Dunst. Nebel besteht aus nichts anderem als vielen kleinen Wassertropfen, die durch Kondensation in einer übersättigten Luftmasse entstanden sind. Damit die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist, muss sie sich soweit abkühlen, bis der Taupunkt erreicht ist und damit die relative Luftfeuchtigkeit 100% beträgt.

Wir wollen uns in diesem Beitrag mit der am häufigsten auftretenden Nebelart, dem Strahlungsnebel beschäftigen.

Strahlungsnebel entsteht nachts oder am frühen Morgen bei ruhigen und windschwachen Hochdruckwetterlagen, wenn genug Feuchtigkeit in der Luft vorhanden ist. Dabei muss der Himmel zunächst klar sein, so dass sich der Erdboden, wie der Name schon sagt durch „Ausstrahlung“ stark abkühlen kann. Der Erdboden wiederum kühlt die darüber liegenden Luftschichten ab und mit sinkender Temperatur nimmt die relative Luftfeuchtigkeit immer weiter zu. Wenn nach weiterer Abkühlung der Taupunkt erreicht ist und die relative Luftfeuchtigkeit 100% beträgt, beginnt die Nebelbildung.

nebel5Besonders anfällig für Nebel sind Fluss- und Seeniederungen sowie Mulden und Senken. Also Gebiete, in denen sich nachts bei starker Auskühlung die Kaltluft sammelt. In Deutschland sind bei Hochdrucklagen mit wenig Wind besonders die Mittelgebirgstäler, die Niederungen entlang der Donau und Mosel sowie der Oberrhein sehr anfällig für Nebel. Aber auch vom Bodensee über Schwaben bis in das Alpenvorland gibt es nicht selten  zähen Nebel.

Nach Sonnenaufgang beginnt sich der Nebel durch Verdunstung langsam aufzulösen und ist häufig im Laufe des Vormittags gänzlich verschwunden. Bei niedrigem Sonnenstand, also besonders im Spätherbst und Winter, kann sich der Nebel sehr zäh den ganzen Tag über halten. Ursache ist der tiefe Sonnenstand, also einfach gesagt, dass die Sonne zu wenig Kraft hat.

Am Morgen des 26.10.2015 bildete sich im südlichen Brandenburg und angrenzend auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt Strahlungsnebel. Dieser war noch nach Sonnenaufgang im HD Satellitenbild gut zu sehen. Nachts können Sie Nebelgebiete auch mit unserem speziellen Satellitenbild Nebel-Check erkennen.

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Da es bei der Nebelbildung meist nur auf wenige Zehntel Grad ankommt, ist eine exakte Lokalprognose abseits der typischen und bekannten „Nebelecken“ sehr schwierig, oft sogar nahezu unmöglich.

Besondere Nebelereignisse in Deutschland

In der Silvesternacht vom Jahre 2007 auf das Jahr 2008 kam es in großen Teilen des Ruhrgebietes zu extrem dichten Nebel. Die Wetterlage war durch feuchte Luft und kaum Wind sowie einer klaren Nacht sowieso schon nebelanfällig. Durch das Feuerwerk wurden in großem Umfang zusätzliche Kristallisationskeime in die Luft gebracht, an denen sich noch mehr Wassertröpfchen bilden konnten. So stellte sich nach Mitternacht extremer Nebel mit Sichtweiten von teilweise nur etwa 5 bis 10 Meter ein. Viele Menschen strandeten an Tankstellen oder fanden selbst den altbekannten Weg mit dem Auto nicht mehr nach Hause. Autobahnausfahrten, bzw. die Schilder waren nicht mehr erkennbar. Ähnliches wiederholte sich in der Silvesternacht 2014/2015 in vielen Regionen im Rheintal, gebietsweise auch in NRW im Bergischen Land und erneut im Ruhrgebiet.

Wie eingangs erwähnt, kann dichter Nebel für Autofahrer sehr gefährlich werden. Besonders wenn er plötzlich auftritt und die Sicht schlagartig zurückgeht. Einen der schwersten Unfälle durch Nebel gab es 1990 auf der BAB 9 im Bereich der Münchberger Senke.


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