Herbst-Rückblick 2015: Rekordwärme, graue Hochs, nasses Ende

Der Herbst war genau so kurios wie das Titelbild er vermuten lässt – Kirschblüte bei gleichzeitiger Blattfärbung…

Am heutigen 01. Dezember beginnt der Meteorologische Winter, somit endet der Meteorologische Herbst. Die Temperaturen draußen sind eher unwinterlich – der Abschnitt ist auch nur für die Statistik interessant, da man komplette Monate besser vergleichen kann. Also bedeutet dieser meteorologische Jahreszeitenwechsel fürs Wetter rein gar nichts, (astronomischer) Winteranfang ist erst am 22. Dezember um genau 05:48 Uhr, wenn die Sonne über dem südlichen Wendekreis im Zenit steht und von da an wieder Richtung Norden „wandert“ (gewiss wandert die Sonne nicht um die Erde, sondern umgekehrt, ist nur zur Veranschaulichung) – die Tage also wieder länger hell sind *freu*.

Werfen wir also einen Blick auf die vergangenen drei Monate, in denen viel – zum Teil außergewöhnliches – passiert ist. Im Einzelnen haben wir natürlich auch Rückblicke für September, Oktober und November 2015 parat.

Der September gestaltete sich insgesamt wechselhaft mit dem meisten Niederschlag in der Nordwesthälfte und an den Alpen, im Osten und Südosten blieb es deutlich zu trocken. Einige Niederschläge fielen allerdings konvektiv, das bedeutet mit Schauer/Gewitter innerhalb kurzer Zeit – das wiederum schließt auf trockene Zeiten außerhalb dieser Gewitter. Hier die Gesamtmenge für September:

regen_2015_09_30_21_50_2_130

Klicken Sie sich mal durch den September, einfach immer nur beim Datum nach rechts klicken, und Sie sehen, was ich meine. Die Gesamtmenge kam an nur wenigen Tagen rasch zustande. Ab dem 25. hat es sogar überhaupt gar nicht mehr geregnet, verantwortlich dafür war ein sonniges trockenes Hoch.

Von den Temperaturen her lag der September im Soll, trotz des rekordwarmen 01. Septembers und dem Föhnsturm in den Alpen am 16./17. September mit neuen Monatsrekorden, welche wiederum die Rekorde des 01. Septembers brachen! Es ist schon außergewöhnlich, dass Monatsrekorde in einem Herbstmonat so spät gebrochen werden, aber nicht unnatürlich, denn der Föhnsturm ist eben ein besonderes Phänomen, wie unsere alpinen und voralpinen Mitbürger Ober- und Niederbayerns sicher bestätigen können.

Das trockene Hoch Ende September war nur der Anfang eines kuriosen Oktobers, den man zusammenfassen kann mit den Begriffen: Hochdruck – Kaltlufttropfen mit erstem Schnee – Hochdruck. Hätten wir also unseren Kaltlufttropfen nicht gehabt, wäre der Oktober noch trockener ausgefallen, als er ohnehin schon zu trocken war! Mit diesem kam dann auch der erste Wintereinbruch, der selbst in einigen tiefen Lagen für die erste kleine Schneedecke sorgte:

obs_2015_10_14_06_00_2_108

(Für Zoom in die Länder und Kreise gerne hier klicken)

Der Oktober war also insgesamt deutlich zu trocken, nur stellenweise und im Osten war er deutlich zu nass, was an dem Kaltlufttropfen lag. Der drehte sich über Deutschland ein und machte ein schönes Wirbel-Muster (gelb) in die Regensummenkarte:

regen_2015_10_16_21_50_2_130

Anfang November herrschte unter dem Motto „Geht das schon wieder los?“ nur trockenes und vor allem im Norden nebliges Hochdruckwetter – bevor das Island-Tief zum 7./8. November hin subtropische Luft ansaugte und für die verbreitet wärmste Novembernacht aller Zeiten sorgte! Insgesamt war der November wohl ebenfalls einer der wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die deutschlandweite Mitteltemperatur lag bei 7,9 Grad und damit +3,6 Grad über dem langjährigen Mittel der Klimareferenzperiode 1981-2010, wie Rebekka im November-Rückblick vermeldet. In der letzten November-Dekade ließ dann auch der Winter einen Gruß da. Zuvor rauschte Sturmtief HEINI durch, zuletzt war es Orkantief NILS – übliche Herbststürme.

Summa summarum war der Herbst 2015 in der reinen Statistik voll im Soll. Extreme gleichen sich eben gegenseitig aus, daher war es von den Temperaturen her wie im klimatischen Durchschnitt, ebenso vom Sonnenschein her bis auf ein paar graue Ecken in Rheinland-Pfalz. Niederschlagstechnisch gab es in der Nordhälfte mehr als genug, im Südosten wars ok und in Baden-Württemberg hätte es gern noch etwas mehr sein dürfen, um den klimatischen Schnitt zu erreichen.

Wer sich jetzt fragt, wie der Winter wird: das weiß niemand. Schauen Sie in unsere 10-Tage-Trends und Sie sehen schon innerhalb dieses Zeitraumes, wie unsicher eine Wettervorhersage für 10 Tage ist, umso unmöglicher ist sie für eine ganze Jahreszeit. Dazu gibt es auch einen Artikel im Wetterkanal.


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2 Kommentare

  1. Friedel Steinmueller 1. Dezember 2015
    • Marcus 1. Dezember 2015

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