Grundsätzlich keine Umstellung der Wetterlage, obwohl zaghafte Winterversuche

Die erste Dezember-Dekade (ersten 10 Tage) ist bald zuende, die Stimmung geteilt. Viele Menschen wünschen sich eine weiße Vorweihnachtszeit, andere wiederum können „Schnee nicht gebrauchen“. Doch die aktuell milde Witterung ist normal. Es gab schon immer solche Tage zu dieser Jahreszeit. Unnormal wären nur weiterhin bis Weihnachten zweistellige Plusgrade, aber das wird nicht passieren.

Außerdem ist astronomischer Winteranfang erst am 22.12. und der kälteste Wintermonat nun mal Januar. Es geht zwar auch kälter Anfang Dezember (siehe Blog von Fabian), aber es geht auch wärmer. München und Freiburg i.Br. hatten bspw. schon einmal 19°C im Dezember, Hamburg und Berlin 16, Köln/Bonn 17, Dresden-Hosterwitz 18°C.

Schuld ist eben die aktuelle Wetterlage: eine Westwetterlage, die Andreas hier erklärt. Diese haben wir in Mitteleuropa am häufigsten, das Wetter kommt überwiegend von Westen.

Die aktuelle Wetterlage wird sich grundsätzlich auch nicht großartig ändern. Tiefs werden über dem Nordatlantik sowie Nordeuropa aktiv sein, hoher Luftdruck dagegen über Südeuropa. Übrigens entspricht das wie eben angedeutet genau der klimatischen Druckgebieteverteilung der Erde. Wer in Geographie aufgepasst hat, dem sagen womöglich Begriffe wie „subpolare Tiefdruckrinne / Westwindzone“ oder „subtropischer Hochdruckgürtel“ etwas 🙂

Ich möchte es jetzt nicht wissenschaftlicher machen, als nötig. Daher zurück zur Wetterlage.

Der Unterschied am Wochenende zu Jetzt wird sein, dass die Durckgebiete nicht soo stark ausgebildet sind. Momentan haben wir ja enorme Tiefs im Norden, zB ganz aktuell „Uwe“ über Island mit unter 950 hPa Kerndruck, und auch starke und weit ausgedehnte Hochs im Süden mit über 1035 hPa im Zentrum. Am Wochenende dagegen werden die Tiefs minimal um 995 hPa im Kern haben, die Hochs maximal 1025 hPa. Und genau das ist die kleine Chance für zumindest etwas kühlere Luft. Wenn sich die besagten Druckgebiete nämlich in ihrer Intensität abschwächen, könnte nachfolgend Winterwetter resultieren.

Die Stärke der Tiefs können wir über den NAO-Index weiter beschreiben. Diesen hat Rebekka hier erklärt (Leseempfehlung!).

So haben wir es aktuell:

heute

So sieht es am Wochenende aus:

heute1

Unsicher: das kleine Tief, welches bisher nur von 2 Modellen simuliert wird, es wäre gleichzeitig ein Sturmtief, wie man an den Windböen Bremens erkennt, ….

heute2

…welches damit milde Temperaturen aus Süden bringt, wie man am Temperaturverlauf Bremen erkennt.

Der Winter versteckt sich momentan ganz tief in Skandinavien.

Wir halten fest: ein ernsthafter Wintereinbruch ist auch zum dritten Advent unwahrscheinlich, wenngleich zwei Modelle seit Tagen auf dem Gegenteil beharren – Hier zum XL-Trend – jedoch ist jedes Modell gleichwertig, keines hat mehr Recht als ein anderes. Sie sollten sich aber zumindest langsam mal einig werden… 😉

Ein Hoch über dem Nordatlantik und ein Tief über Skandinavien wären optimal für kalte und schneebringende Luft, so wie Anfang Dezember 2010… Momentan sind eben die nordatlantischen Tiefs zu stark, sie zapfen immer wieder warme Luft aus Südeuropa an; kalte Polarluft geht so maximal über Osteuropa, aber nicht bei uns.

Bitte im Kopf behalten: kein Mensch kann jetzt schon sagen, wie der Winter wird, ob er komplett ausfällt oder ob Deutschland komplett einfriert.


 

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Ein Kommentar

  1. Frank Gieseler 8. Dezember 2015

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