Großwetterlagen: Die zyklonale Nordwestlage (NWZ)

29 verschiedene Großwetterlagen gibt es bei uns in Europa. Wir wollen hier nach und nach jede Großwetterlage erklären und mit Grafiken veranschaulichen, wo sich Hoch- und Tiefdruckgebiete befinden.

Doch zunächst einmal: Was ist antizyklonal oder zyklonal?

Antizyklonal bezeichnet in der Meteorologie  einen Dreh- bzw. Krümmungssinn, der der Rotationsrichtung der Erde um ihre Achse entgegengesetzt ist. Man nennt daher rechts gerichtete Rotationen, d.h. im Uhrzeigersinn, antizyklonal. Da Hochdruckgebiete sich auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn drehen, nennt man sie auch Antizyklonen.

Zyklonale Rotation besitzt den gleichen Drehsinn wie die Erde bei der Rotation um ihre Achse. Daher nennt man linksgerichtete Rotationen, d.h. gegen den Uhrzeigersinn, zyklonale Rotation. Da Tiefdruckgebiete sich auf der Nordhalbkugel gegen den Uhrzeigersinn drehen, nennt man sie auch Zyklone.

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Hier beschäftigen wir uns nun mit der zyklonalen Nordwestlage (Abkürzung und auch im Text NWZ genannt).

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Die NWZ stellt sich ein, wenn sich das Azorenhoch etwas nach Nordosten verschiebt, aber nicht bis nach Mitteleuropa verlagert. Es hat seinen Schwerpunkt dicht vor Westeuropa. Gleichzeitig befinden sich Tiefdruckgebiete über dem Nordmeer und Skandinavien. Tiefdruckgebiete ziehen vom Nordatlantik über die Britischen Inseln nach Skandinavien. Jeweils auf deren Rückseite stellt sich eine nordwestliche Strömung ein, mit der Luftmassen polaren Ursprungs nach Mitteleuropa geführt werden. Die Kaltluft erreicht oft auch den Mittelmeerraum, wo sich neue Tiefs ausbilden.

Statistisch gesehen kommt eine zyklonale Nordwestlage am häufigsten im Sommer und hier vor allem im Juli vor. Am seltensten ist sie im Frühjahr. Dabei gilt: Zu allen Jahreszeiten ist die NWZ möglich. Sie kann zwischenzeitlich wechseln mit einer antizyklonalen Nordwestlage, wenn sich der hohe Luftdruck vorübergehend stärker in Mitteleuropa durchsetzt. Sie kann auch in eine Westlage kippen, wenn sich das Hoch vor Westeuropa abschwächt oder etwas nach Süden verlagert. Die NWZ kann sich über einige Zeit halten, wird aber immer wieder unterbrochen durch Zwischenhochs oder kurzzeitigen West- oder Südwestlagen.

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Mit der nordwestlichen Strömung gelangt in höheren Schichten der Atmosphäre polare Kaltluft nach Mitteleuropa. Im Sommerhalbjahr stellt sich damit sehr kühles Wetter ein. Im Winter wird die heranströmende Kaltluft über dem Nordmeer und die Nordsee durch die relativ hohen Wassertemperaturen erwärmt und es stellen sich große Temperaturgegensätze zischen den bodennahen Luft und der Höhenkaltluft ein. Damit verbunden ist im Winterhalbjahr kaltes Schauerwetter, wobei die Schauer mit Regen, Schnee und Graupel verbunden sein können, auch kurze Gewitter sind möglich.


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Ein Kommentar

  1. Henry 26. Februar 2016

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