Goldener August? Nanu, macht die Natur schon auf Herbst?

Die Tage werden kürzer, merkt man abends und morgens nun deutlich. Und auch wenn man tagsüber mal so durch die Natur läuft, machen sich erste, herbstliche Veränderungen bemerkbar.

Ganz krass ist mir das heute am Dienstag hier in Bochum aufgefallen. Einige Bäume sind schon sehr weit voran in der Laubverfärbung. Das sieht in anderen Gegenden Deutschlands aber sicher genauso aus, egal ob in Berlin, Hannover, Erfurt oder am Oberrhein.

Aber liegt das wirklich am nahenden Herbst, dass die Natur dieses Jahr SO früh dran ist und den Eindruck eines goldenen August vermittelt?

Nun es sind drei Faktoren, die das Laub derzeit verfärben.

  1. ) Frühzeitiger Vegetationsbeginn im Frühling
  2. ) Krankheiten, meist in Form von Pilzbefall
  3. ) Trockenheit

Die nächsten beiden Bilder sind heute Mittag (30.8.2016) im Stadtgebiet von Bochum entstanden. Deutlich ist die Färbung des Laubes zu erkennen und man könnte meinen, man ist der Jahreszeit vier Wochen voraus.

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Nun muss das nicht automatisch auf einen frühen Herbst hindeuten. Es sind bisher nur einzelne Bäume, die das Laub verfärben. Und da wären wir schon bei Punkt 1, dem frühen Austrieb im April.

Hainbuchen, Felsenbirne und Linde sind momentan mit der Verfärbung am weitesten voran geschritten. Diese Sorten waren aber im Frühjahr hier auch die ersten, die ausgetrieben sind. Diese Pflanzen haben alles „erledigt“ (Wachstum, Verholzung neuer Triebe und Samenreife), was eine Pflanze im Sommer zum wachsen und überleben erreichen will. Folglich färben diese nun als erstes das Laub.

Ein weiterer Faktor ist derzeit besonders bei Kastanien zu sehen. Diese verfärben sich braun, rollen teilweise die Blätter auf und sehen wie „verbrannt“ aus. Hier ist ein Pilz durch Feuchtigkeit zugange, der über die Wurzeln in den Baum kommt, teilweise auch über die Blätter selbst. Daher sieht man nun jetzt schon verfärbte Kastanien. Auch andere Bäume können von einer Art „Schimmelpilzen“ befallen werden und die Blätter verfärben sich dann.

Der wichtigste Punkt ist aber Nummer 3, die Trockenheit. Bevor der Baum vertrocknet, wenn kein Regen kommt, versucht er die Blattmasse zu reduzieren, um nicht mehr so viel zu verdunsten. Chlorophyll ist sehr wertvoll für den Baum, daher zieht er diesen Stoff ein und das Blatt verfärbt sich und fällt dann auch zeitig ab.

Beim genaueren Hinsehen habe ich dann unter oben gezeigten Bäumen den Wassermangel an den Sträuchern darunter sehen können. Schlapp hängende Blätter sind da schon ein höchstes Alarmzeichen für Wassermangel in den Pflanzen:

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In diesem Fall ist eindeutig Wassermangel der Stressauslöser für die Bäume, die nun einfach versuchen zu überleben, in dem sie das Laub verfärben und abwerfen. Im geringen Maße sind aber auch die frühzeitigen Blattaustreiber vom Frühjahr schon dabei, die ersten Blätter zu verfärben, wo noch genug Wasser im Boden ist.

Wenn man sich unsere Regensummenkarte seit dem 1. August ansieht, wird deutlich, dass es vielfach viel zu trocken war. Alles was grün und hellgrün ist, hatte zu wenig Regen. Gelb ist grade so eben ausreichend, ins orange und vor allem rote ist ein Überschuss an Regen.

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Selbst wenn nun ausreichend Regen kommen würde. Das Braune und Gelbe an den Bäumen wird nicht mehr grün. In drei/vier Wochen machen eh alle Bäume die Bahnen dicht und ziehen das Chlorophyll ein.

Warum die Bäume im Herbst das Laub färben und abwerfen, habe ich schon im letzten Herbst in einem Video erklärt, welches man sich hier ansehen kann. Ist auch für Kinder leicht verständlich und manche werden überrascht sein, wo her die bunte Färbung der Blätter kommt:

 

6 Kommentare

  1. Albrecht 30. August 2016
    • Marie 31. August 2016
  2. Klaus 30. August 2016
    • Julian-Ratingen 31. August 2016
  3. Gärtnerin 31. August 2016
  4. Weller 5. September 2016

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