Ex-Hurrikan Hermine: Tropensturmwarnung von Virginia über New York bis Neuengland

Tropensturm und Ex-Hurrikan Hermine ist mittlerweile bis nach North Carolina weiter gezogen. Freitagnacht um 1:30 Uhr Ortszeit (7:30 Uhr MESZ) traf Hermine als erster Hurrikan seit 11 Jahren (wir berichteten) an der nördlichen Golfküste (südlich von Tallahassee) in Florida mit Windgeschwindigkeiten bis zu 130 km/h auf Land. Zeitweise waren über 250.000 Haushalte ohne Strom, viele Gegenden wurden überflutet, küstennahe Straßen aufgerissen und unzählige Bäume auch im Inland entwurzelt. Meistens sind es eben diese Bäume, die für die Stromausfälle verantwortlich sind, da die Stromversorgung hier vielerorts über Land erfolgt. Da reicht ein Baum, der auf eine Versorgungsleitung fällt, alles umreißt und schon haben hunderte Haushalte keinen Strom mehr.

Nach ihrem landfall schwächte sich Hermine ziemlich bald zu einem Tropensturm ab, was sie allerdings nicht weniger gefährlich machte. Der Tropensturm zog weiter über den Bundesstaat Georgia nach South Carolina. Ich wohne allerdings so weit im Upstate von South Carolina, dass ich wenig bis gar nichts abbekomme habe. Bei mir herrschte den ganzen Tag Herbststimmung. Es war grau und stürmte immer wieder ganz ordentlich. Aber mehr als Geniesel kam bei mir nicht an, obwohl ich wirklich sehr, sehr nah an Hermines Regengebiet dran war (siehe Standortkreis in meinem Tweet). Aber nah dran, ist eben auch daneben. Wäre ich mit dem Auto 5-10 Min nach Osten gefahren, wäre ich voll im Regen gewesen.

Richtung Küste passierte dagegen deutlich mehr. Ähnlich wie in Florida entwurzelte der Sturm so einige Bäume, Überflutungen, Hochwasser und auch hier tausende Haushalte ohne Strom. Und heute Morgen? Als sei nichts gewesen. Strahlendblauer Himmel über komplett South Carolina, allerdings bei mir früh am Morgen nur 14 Grad. Das gab es etwa seit April hier nicht mehr.

Hermine zieht weiter nach Nordosten vor die Küste New Yorks und Neuenglands

Ein Blick auf das Satellitenbild von Samstagvormittag (Ortszeit) zeigt, wo Hermine sich derzeit befindet. Die Wolken haben auch bereits Boston erreicht (man kann den Sturm auch auf unseren Weltkugel-Satellitenbildern verfolgen, startet man die Animation sieht man die Zugbahn der letzten 36 Stunden).

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Hermine wird am Wochenende weiter eine große Rolle für die Ostküste spielen. Zumal hier in den USA Labor Day Weekend ist. Verlängertes Wochenende und eines der beliebtesten Reisewochenenden der Amerikaner, an denen viele gerne ans Meer fahren. Hermine zieht weiter nach Norden, kommt aber vor der Küste kaum mehr von der Stelle, wie die folgende Animation bis Mittwochmorgen zeigt:

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Der Ostküste von Virginia über New Jersey bis Rhode Island stehen damit einige turbulente Tage ins Haus mit Wind, Überschwemmungen und (wieder) möglichen Stromausfällen. Die genaue Zugbahn bis Mittwoch ist allerdings noch nicht sicher. 093728W5_NL_smDie offizielle Vorhersage des National Hurricane Centers (Abbildung rechts) zeigt in weiß den Unsicherheitsbereich. Je nach dem wie nah Hermine der Küste bleiben wird, gibt es viel oder weniger Regen für küstennahe Städte wie New York City. Zieht sie nah vor die Küste kann es lokal Regenmengen von über 100 l/qm Regen geben, bleibt sie eher weiter draußen auf dem Atlantik gibt es deutlich weniger Regen, aber dafür bleiben Wind und Überschwemmungen an der Küste ein Thema. Direkt an der Küste sind Sturmböen zwischen 80 und teils über 100 km/h wahrscheinlich, weiter ins Inland merkt man den Wind mit Böen zwischen 50 und 70 km/h aber ebenfalls. Unser hauseigenes SuperHD-Modell berechnen wir auch für Neuengland und ist hier auf kachelmannwetter.com zu finden. Da es mit 1x1km sehr hoch aufgelöst ist, allerdings nur für zwei Tage. Der aktuelle Modelllauf geht also nur bis Montagfrüh, d.h. in New York City ist der meiste Regen noch nicht angekommen. Hier die aktuelle Berechnung der Regensumme bis Montagfrüh und der stärksten Windböen Montagfrüh (Stunde für Stunde zum Durchklicken und schauen): man kann erahnen, was eine Verschiebung von Hermine weiter zum Land in Sachen Regen für einen Unterschied machen würde.

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Von Überflutungen bis Stromausfällen 

Ein weiteres Problem ist, dass sich Hermine mehrere Tage praktisch nicht vom Fleck bewegt. Um das Zentrum herum gibt es die stärksten Winde und die können durchaus deutlich über 120 km/h erreichen. Wenn draußen auf dem Meer so ein kräftiger Sturm liegt und das Meerwasser in Bewegung versetzt, dann hat man an der Küste eine richtig raue See mit hohem Wellengang. Da können nicht nur Strandabschnitte und küstennahe Gebiete überflutet werden, sondern dadurch, dass es über mehrere Tage hinweg passiert, auch Strandabschnitte abgetragen werden (Stranderosion). Von möglichen Stromausfällen (mal wieder) ganz abgesehen. Alles in allem keine perfekten Strandtage. Viele Strandabschnitte sind bereits vorsorglich gesperrt worden, vor allem für Urlauber. Anwohner dürfen zwar an den Strand, schwimmen ist aber wegen der hohen Wellen und starken Strömung verboten, da schlicht lebensgefährlich.

2 Kommentare

  1. Sani 3. September 2016
    • Wettervorhersage 3. September 2016

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