Die Juli-Regenbilanz: Steppe und volle Keller ganz nah beieinander

Ein aufreibender Gewitter-Juli liegt hinter uns. Schwache Höhenwinde trugen dazu bei, dass sich die Gewitter nicht oder nur ganz langsam bewegten, sich somit oftmals stundenlang über ein und demselben Ort ergossen. Ich will mal stichprobenartig Bilanz ziehen für einige Regionen.

Wir nehmen dazu die frei auf unserer Website verfügbaren Regensummenkarten. Sie entstehen aus der Kombination von an Wetterstationen gemessenen Werten und Radardaten.

Schon beim ersten Blick auf die Karte für Juli fällt auf, wie groß punktuell der Unterschied auf kleinem Raum ist:

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Zum Vergleich: die Regensummenkarte vom April diesen Jahres – der Niederschlag fiel deutlich besser auf die Fläche verteilt, dementsprechend „glatter“ bzw. weniger fleckig sieht die Karte aus:

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Ich möchte mal näher eingehen. Zunächst der Hinweis, dass ihr gerne selber in eurer Bundesland und in den Landkreis sogar reingehen könnt und gucken, wie viel Niederschlag bei euch zustande gekommen ist! Klickt dazu oben auf die Juli-Karte und dann wählt im Menü euer/en Land/Kreis aus.

Hamburg

In HH gab es wenig flächigen Regen, von wegen tristes Küstenwetter mit tagelangem Dauerregen. Nein, starke Gewitter sorgten für über 100 Liter im Norden und Osten der Stadt. Hingegen im Südwesten der Stadt gerade einmal 40 Liter. Im Klimadurchschnitt (1981-2010) fallen an den Wetterstationen in Hamburg um 80 Liter Regen.

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Niedersachsen

Auffällig die orangefarbenen Flecken im östlichen Niedersachsen durch die unlängst gewesenen Gewitterlinien, die über Hamburg bis nach Schleswig-Holstein gingen. Punktuell mehr als 100 Liter Regen – hingegen in Bremen magere 40 Liter. Locker die Hälfte an Regen ist hier zu wenig gefallen im Juli, Erwartungswert sind rund 80 Liter.

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Nordrhein-Westfalen

Auch in NRW große Unterschiede, vor allem das gewittrige Regengebiet, über dem Sauerland bis nach Paderborn, welches uns noch in großer Erinnerung ist – Paderborn versenkt in kurzer Zeit. Nun 120 Liter in der Bilanz, indes im westlichen Ruhrgebiet magere 10 Liter! Auch hier erwarten wir durchschnittlich 70 bis 80 Liter im Flachland, auf dem Kahlen Asten 110 Liter.

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Berlin/Brandenburg

Bis vor drei Tagen war Berlin deutlich zu trocken für Juli, je nach Bezirk fielen bis dato 10 bis 30 Liter Regen. Und dann kam für einige Stadtteile das große Unwetter mit den enormen Überschwemmungen. Nun steht die Bilanz auf 60 bis 70 Liter, im Norden um 30 Liter. Im Klimadurchschnitt 1981-2010 fallen in Berlin um 60 Liter, somit sind wir nun theoretisch im Soll. Nur kann der Boden so große Mengen mit einem Mal gar nicht aufnehmen, das meiste fließt oberirdisch ab und landet in der Kanalisation.

Die Bilanz für Brandenburg sieht ähnliche Unterschiede! Durchschnittlich 60 bis 70 Liter zu erwarten, kamen in der Lausitz und weiter nordwärts zur Oder hin stellenweise über 100 Liter zustande, was dem kräftigen Regen-Tief vom 14. Juli geschuldet ist. Sehr trocken mit kaum 30 bis 40 Liter ist es von Berlin bis zur Uckermark und im Spreewald.

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Thüringen

Im Klima-Durchschnitt (1981-2010) fallen im Flachland um 70 Liter Regen, auf dem Kl. Inselsberg um 100 Liter und auf der Schmücke 120 Liter Regen. Durch den Dauerregen am Samstag letzte Woche und die häufigen Gewitter ergaben sich große Unterschiede in der Thüringen-Bilanz. Im Westen/Wartburgkreis örtlich weit über 140 Liter, im Norden dagegen stellenweise nicht mal 30 Liter. Doch auch dort gingen unwetterartige Regenfälle nieder, weshalb nördlich von Nordhausen ein fast nahtloser Übergang von trocken zu 100 Liter Regenmenge stattfindet. Die Grafik kann hier detailliert bis in die Landkreise geklickt werden.

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Süddeutschland

Hier sind die Unterschiede enorm, aber das ist gar nicht mal sooo anormal. Gerade an den Alpen fällt oft viel Regen im Sommer. Für München sind 130 Liter durchschnittlich zu erwarten, im Endeffekt wurden es je nach Stadtteil 140 bis 200 Liter.  Würzburg bekommt durchschnittlich 65 Liter, in nur wenigen Tagen ergaben sich hier 80 Liter. Nürnberg liegt aktuell bei bis zu 100 Liter, durchschnittlich sind es 80.

In Baden-Württemberg hat Mannheim durch das gewittrig durchsetzte Regengebiet vom 22. Juli die 80 Liter Erwartungswert voll gemacht; Baden-Baden ist zwar 120 Liter gewohnt, doch wurden es tatsächlich im angrenzenden Landkreis Rastatt in Scherzheim 140 Liter. Indes ein Regen-Loch über Pforzheim, dort anstatt der durchschnittlichen 90 Liter nur 40, weniger als die Hälfte.

Das alles rückt natürlich absolut in den Hintergrund angesichts der schrecklichen menschlichen Ereignisse in den letzten Tagen und Wochen, ohne Frage.

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Ihr seht also nochmal die großen Unterschiede auf kleinem Raum – beeindruckend.

Wart ihr in einem schlimmen Unwetter dieses Jahr? In der Kategorie Live-Ticker findet ihr für diesen Tag nochmal alle Ereignisse im zeitlichen Ablauf, zudem natürlich die Regensummenkarten mit den riesigen Werten.


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