Deutschland-Wetter und Stürmisches Westeuropa am 24.08.15

Guten Montagmorgen an alle,

Ein Tiefdruckkomplex über dem Ostatlantik bestimmt unser Wetter. Der gestern im Südwesten einsetzende Regen gehörte zur „Tiefdruckrinne“, die von unserem ersten kleinen Tief ausging. Dieses eiert mittlerweile über Nord-Großbritannien und Nordirland herum, sorgt dort durch starke Luftdruckgegensätze für kräftige Windböen. Vor allem auf den rund 1.200 m hohen Erhebungen der Grampians, einem schottischen Gebirge, weht der Wind seit gestern Vormittag bis jetzt noch durchweg mit Orkanböen über 118km/h, da höchste waren satte 169 km/h gestern Abend:

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http://kachelmannwetter.com/de/messwerte/grossbritannien/windboeen.html

Die Wolkenschleppe reicht noch bis nach Deutschland, zerbröselt aber allmählich. Für uns ist das der aktuelle Regen zwischen Nordsee und Niederlausitz, der sich noch hartnäckig hält und weiterhin nordwärts ziehen wird:

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http://kachelmannwetter.com/de/regenradar

Unterdessen befindet sich in unserem Tiefdruckkomplex noch ein weiteres Tief mit ordentlich #pustefix. Aktuell über der Bretagne, wandert es bis zur Nacht über den Kanal zur Nordsee hoch. Das Hauptwindfeld macht im Laufe des Vormittags Landgang von der Biskaya aus, schwächt sich in Richtung Landesinneres aber rasch ab. Während an der Küste noch schwere Sturmböen über 89 km/h ihr Unwesen treiben, reicht es im Inland aktuell noch für stürmische Böen bis 75 km/h. Das Windfeld ist übrigens recht eng begrenzt. Die Position des Hauptwindfelds am Nachmittag:

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http://kachelmannwetter.com/de/messwerte/frankreich/windboeen.html

Was hat das alles mit dem Tageswetter für Deutschland zu tun? Nun, das Sturmtief bestimmt heute unser Wetter von Südwesten her! Noch lange vor dem Windfeld kommen die Niederschläge. Bereits jetzt setzt es in BaWü an, westliches NRW und RP werden als nächstes gebadet. Im Laufe des Tages ziehen die Regenfälle nordostwärts. Nur knapp davor könnte sich erneut eine Konvergenz wie gestern ausbilden, über der erneut Gewitter entstehen können. Obwohl das Hauptwindfeld erst heute am späteren Abend den äußeren Westen Deutschlands mit möglichen Sturmböen bis 90 km/h erreicht, können zuvor auch mit den Gewittern am Nachmittag schwere Sturmböen oder sogar orkanartige Böen bis 118 km/h dabei sein! Es können sich organisierte Strukturen wie Bow-Echos oder Squallines ausbilden, die Scherung liefert die Indizien dafür. Auch Tornados sind möglich. Diese Warnung gilt für den gesamten Nordwesten Deutschlands (Niedersachsen, NRW), wird aber wenn dann nur in Einzelfällen auftreten. Starkregen und Hagel sind ebenso möglich. Die Gewitter werden aber aufgrund der Höhenwinde recht zügig ziehen, sodass es nicht lokal zu stundenlangen Güssen und Unwettern kommt.

Am längsten trocken bleibt es heute im äußersten Ostsachsen (nach dem aktuellen Regen) und im östlichen Bayern. Über dem Alpenvorland bildet sich heute zudem eine regelrechte Warmluftblase aus, weshalb hier (auch mit Föhnunterstützung) bis zu 30 Grad werden können.

Ich wünsche einen schönen Start in die Woche!

Wir sehen uns gleich zum Wochenvideo,

Herzlichst aus Berlin

wetterkundisch.

2 Kommentare

  1. Andreas Paul 24. August 2015
    • Marcus 24. August 2015

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