Der große Weihnachtswetter-Rückblick seit 1950

Viele stellen sich bestimmt die Frage, ob es früher öfter an Weihnachten Schnee gab, öfter kalt war oder auch wie häufig überhaupt weiße Weihnachten sind. Wir wollen in diesem Beitrag zurückblicken auf die vergangenen 66 Jahre, hauptsächlich mit einer Auswertung für fünf verschiedene Städte in Deutschland. Es werden aber die besonderen Jahre noch extra und deutschlandweit betrachtet. Ich habe mich bei den Städten für Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt am Main und München entschieden. So sind der Norden, Osten, Westen, die Mitte (Hessen) und der Süden vertreten.

In der folgenden Tabelle sehen Sie jeweils seit 1950 die

jeweils am 1. Weihnachtsfeiertag, also dem 25. Dezember. Ich denke dieser Tag ist gut geeignet, um Weihnachten insgesamt zu betrachten. Natürlich kann es an Heiligabend und am 2. Weihnachtsfeiertag in einigen Fällen anders ausgesehen haben, da einfach ein Wetterwechsel genau über die Weihnachtstage kam. Dafür können Sie, natürlich auch zur Betrachtung ihrer Region oder ihres Ortes (sollten Sie nicht aus Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt oder München kommen), alles in unserem Archiv nachsehen. Die jeweiligen Werte finden Sie oben in der Auflistung unter den Links. Über das dortige Menü können Sie einfach das Datum wählen, bis in Landkreise oder Städte gehen und auf den Wert klicken für die genaue Stationsinfo.

Folgende Wetterstationen wurden für den Großteil der Daten zur Auswertung herangezogen. In einigen Fällen können die Werte, insbesondere bei der Schneehöhe, durch benachbarte Stationen ergänzt sein!
Hamburg- Fuhlsbüttel
Berlin-Tegel
Köln-Stammheim
Frankfurt/Main /Flughafen)
München-Stadt (1950-1953 München-Bogenhausen)

 

Schauen Sie sich die Tabelle in Ruhe an. Die Temperaturen sind farblich markiert, sodass recht schnell ersichtlich wird, ob es mild oder kalt war.

weihnachtsstatistik_wetter

Wir sehen, dass in den vergangenen 66 Jahren eine geschlossene Schneedecke von 1 cm oder mehr in

  • Hamburg 12x
  • Berlin 16x
  • Köln 4x
  • Frankfurt 11x
  • München 25x

gemessen wurde. Wie hoffentlich auch schon allgemein bekannt ist, ist also weiße Weihnachten im Tiefland eher die Ausnahme. Selbst in München gibt es im Schnitt der vergangenen 66 Jahre also höchstens alle 3 Jahre weiße Weihnachten. In der Kölner Innenstadt ist es schon immer ein sehr seltenes Ereignis. Nun sehen wir an der Tabelle gut, dass es bei unserem sehr wechselhaftem Wetter und der großen Spannbreite der möglichen Temperaturen oft von Jahr zu Jahr enorme Unterschiede gibt. Blicken wir auf einige markante Ereignisse.

Kalte und schneereiche Weihnachten

In der Tabelle fallen zunächst mal besonders die Jahre 1960 bis 1964 auf, wo es in der Folge insgesamt betrachtet vier Weihnachten gab, die kalt und oft auch weiß waren, also mit einer geschlossenen Schneedecke. Eine derartige Serie kalter und teils weißer Weihnachten hat es im gesamten Zeitraum seit 1950 nicht mehr gegeben. Es ist also als absolute Ausnahme zu betrachten. Ich vermute ja, dass aufgrund dieser Jahre gerne erzählt wird: „Früher gab es Weihnachten immer Schnee!“. Möglich.

1964 ist eines der sehr wenigen Jahre, wo wirklich (bis auf ganz wenige Ausnahmen) flächig in Deutschland dann am 26. Dezember eine geschlossene Schneedecke gelegen hat. Am Morgen des 24. Dezember 1963 sah es ähnlich aus, wie hier zu sehen.
Schneehöhen vom 26.12.1964

de_obs-de-310-1_1964_12_26_06_00_2_179

Gleichzeitig dürften zu Beginn der 60er Jahre die kältesten Weihnachten von 1950 bis heute gewesen sein. Als Beispiel sei die Nacht zum 25. Dezember 1961 genannt, aber auch 1963 war eisig kalt, 1962 ganz besonders im Süden mit teilweise unter -20 Grad. Aber schauen Sie doch selber hier im Archiv.

de_obs-de-310-1_1961_12_26_00_00_2_178

 

Kalte Weihnachten waren dann besonders noch 1970, 1976, 1986 und 1996. Weihnachten 1986 war dann erneut eines der sehr seltenen Weihnachtsfeste, die nahezu flächig in Deutschland weiß waren. Zuvor sah es 1981 ähnlich aus und nimmt man den Nordwesten aus, lag ähnlich viel Schnee wie dann 2010. Im Süden sogar verbreitet deutlich mehr. Vor allem in höheren Lagen lag auch eine satte Schneedecke mit oft über 30 cm. Die folgende Karte zeigt die Schneehöhen am Morgen des 26.12.1986.

Schneehöhe 26.12.1986 und unten 25.12.1981

de_obs-de-310-1_1986_12_26_06_00_2_179

de_obs-de-310-1_1981_12_25_06_00_2_179

 

Selbst die jüngere Generation erinnert sich bestimmt noch an das oft erwähnte Weihnachten 2010. Der Dezember war einer der kältesten seit Aufzeichnungsbeginn und in der Tabelle oben sehen wir auch schön, wie das kalte und schneereiche Weihnachten völlig aus der Reihe tanzt und ein Extremereignis ist. Und zwar auch wenn man bis 1950 zurückblickt! Ab Heiligabend schneite es auch im Südwesten und an beiden Weihnachtsfeiertagen lag deutschlandweit und zwar ausnahmslos eine geschlossene Schneedecke, wie sie so flächig und in dieser Mächtigkeit seit 1950 nie zu Weihnachten vorhanden war. Diese Aussage betrifft ganz Deutschland, im Süden und im Mittelgebirgsraum war 1981 meist schneereicher.

de_obs-de-310-1_2010_12_25_06_00_2_179

 

Außergewöhnliche milde Weihnachten

Besonders heraus stechen in der Tabelle oben 1977, 1983, 1997 und sehr beeindruckend alle Jahre von 2011 bis 2016. Wir sehen also, dass es sehr milde Weihnachten schon immer mal gab, aber die Abfolge seit 2011 ist natürlich schon etwas erschreckend. Zumal Weihnachten 2017 wieder mild wird, wenn auch nicht unbedingt so extrem. Gleichwohl muss aber natürlich gesagt werden, dass wir bei Betrachtung eines einzelnen Tages keine Rückschlüsse auf den Klimawandel ziehen können. Man denkt sicherlich sofort dran bei dem vielen Rot und Orange seit 2011, aber das wollen wir hier nicht weiter vertiefen.

1983 wurden im Südwesten sogar bis örtlich 18 Grad am Oberrhein erreicht, wie die Karte unten mit den Höchstwerten vom 25.12.1983 zeigt. Alle Weihnachtstage einschließlich Heiligabend waren sehr mild. 1997 sah es ähnlich aus mit einer sehr milden Wetterlage. Auch Schnee lag nur in einigen Hochlagen.

de_obs-de-310-1_1983_12_26_00_00_2_177

2013 sticht besonders bei den Höchstwerten im Süden heraus, insbesondere in den Alpen und im Voralpenland. Hier wurden am 25. Dezember mit Föhn teils 19 Grad erreicht und sogar fast die 20 Grad-Marke geknackt.

de_obs-de-310-1_2013_12_26_00_00_38_177

 

Schauen Sie sich einfach weitere Weihnachten, ihren Geburtstag oder was auch immer in unserem Archiv an.
Neben den hier aufgeführten Parametern gibt es über das Menü noch mehr:



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10 Kommentare

  1. Daniel Bachmeier 20. Dezember 2017
  2. Carl 20. Dezember 2017
    • Fabian 20. Dezember 2017
      • Carl 21. Dezember 2017
        • Fabian 21. Dezember 2017
        • Carl 21. Dezember 2017
          • Friedel Steinmueller 21. Dezember 2017
  3. Jörg 20. Dezember 2017
    • Fabian 20. Dezember 2017
  4. Seb 20. Dezember 2017

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