Dauerhoch in Mitteleuropa? Was passiert nächste Woche?

Auch wenn derzeit die oft von Hochdruck geprägten letzten Wochen kurzzeitig durch ein Tiefausläufer unterbrochen werden, stehen die Zeichen auch in der kommenden Woche eher auf Hochdruck, statt auf deutlichen Tiefdruckeinfluss. Dazu blicken wir zunächst mal auf den 10 Tage-Trend des Luftdrucks für Frankfurt. Wir sehen, dass gerade mal ein Modell mittelfristig deutlich sinkenden Luftdruck berechnet. Die große Mehrheit geht sogar von insgesamt einem steigenden Trend aus. Da wir bis auf den einen Ausreißer kaum unter 1020 hPa kommen, lässt sich schnell feststellen, dass markantes Tiefdruckwetter mit viel Regen und Wind oder gar Sturm für große Teile Deutschlands außer Reichweite ist.

luftdruck_frankfurt

Was bringen uns Hochdruckgebiete eigentlich im Winter?

Eine kurze Erklärung dazu: Während ein Hochdruckgebiet in den Sommermonaten fast ausnahmslos sonniges und warmes bis heißer Wetter bringt, sieht das im Winter ganz anders aus. Hier kommt es auf die genaue Position des Hochs an: Liegt das Hochdruckzentrum mit wenig Wind genau über uns, ist es in der Höhe (auf den Bergen) meist sehr mild und im Tiefland gibt es oft Nebel, Hochnebel und nicht selten frostige Temperaturen. Das liegt ganz einfach am tiefen Sonnenstand und den kurzen Tagen. Es reicht nicht wie im Sommer, dass sich die Luftmasse tagsüber bis zum Boden erwärmt, sozusagen durchgeheizt wird. Es bildet sich eine Inversion – oben warm, unten kalt.

Liegen wir dagegen eher am Rande des Hochs, kommt es stark darauf an, aus welcher Richtung der Wind weht, beziehungsweise wo die Luftmasse her kommt. Zwei Beispiele dazu: Liegt das Hochzentrum über Skandinavien, weht der Wind bei uns aus Nordost bis Ost und es kann kalte, unter Umständen auch richtig eisige Festlandsluft zu uns wehen. Liegt das Hochzentrum dagegen eher südlich Richtung Norditalien oder Balkan, dann weht zumindest in der großen Nordhälfte Deutschlands der Wind aus westlicher bis südwestlicher Richtung. Folglich wird dabei milde Atlantikluft herangeweht.

Was passiert nächste Woche?

Wie oben beschrieben kommt es also auf die genaue Position des Hochs an. Blicken wir auf drei verschiedene Wettermodelle und deren Berechnungen vom Samstagmorgen.

Das erste Wettermodell (Global Europe Standard) berechnet das Hochzentrum über Ostdeutschland, demnach würden wir eher auf der (in der Höhe) milden Seite des Hochs liegen. Teils Sonne, vielerorts aber auch Nebel oder Hochnebel wären die Folge. Oben eher mild für Dezember, unten bei Nebel Dauerfrost.

euro

Das deutsche Modell (Global German Standard) sieht das Hochzentrum schon eher bei Dänemark und aus Osten könnte damit schon kältere Luft einsickern.

german

Zu einer völlig anderen Lösung kommt das amerikanische Wettermodell (Globald US Standard)! Es berechnet ein dickes und kräftiges Hoch mit Zentrum bei Finnland, was bei uns eine kalte Ostlage mit trockener und eisiger Festlandsluft zur Folge hätte.

usa

Die Berechnung des amerikanischen Modells vom Samstagmorgen ist aber derzeit eine absolute Außenseiter-Lösung. Das zeigt die Prognose der Taupunkte im 10 Tage-Trend für Berlin. Sehr tiefe Taupunkte, also sehr trockene Luft, wird nur vom amerikanischen Modell berechnet.

tp_berlin

Fazit: Es bleibt also abzuwarten, wie sich das Hoch in der neuen Woche genau ausrichten wird. Jedenfalls ist derzeit nach keinem Wettermodell ein Durchbruch von kräftigen Tiefs aus Westen zu erwarten. Das bedeutet insgesamt wenig Niederschlag (vor allem im Süden).


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Ein Kommentar

  1. Horst 10. Dezember 2016

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